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Augen Auf beim Bilderkauf – Teil 2

 

Kunst, Malerei

 Augen Auf beim Bilderkauf 

Der Teufel steckt im Detail

Alle wertbildenden Elemente gehören zur Beschaffenheit des Kunstgegenstandes. Hierzu zählt unter anderem die Echtheit der Signatur, die Herkunft aus einer bestimmten Privatsammlung oder die Übereinstimmung mit einem bestimmten Werkverzeichnis. Ob auch die Expertise hierzu zählt ist umstritten. Denn die Expertise ist ein externer Umstand, der zwar den Wert des Gegenstandes erhöhen soll aber eine subjektive Einschätzung der Beschaffenheit des Kunstgegenstandes darstellt.

Die Expertise

Um diese Unsicherheit zu vermeiden, sollten die Parteien die Expertise als Beschaffenheit vereinbaren oder explizit ausschließen.

 Übernahme von Garantien

Den hieraus möglicherweise entstehenden Unsicherheiten begegnet man insbesondere im professionellen Kunsthandel mit der Übernahme von Garantien, die über das hinausgehen, was das Gesetz verlangt. Die Übernahme der Garantie muss zwischen den Parteien vertraglich vereinbart sein. Am wichtigsten ist die vertragliche Ausgestaltung des Inhaltes der Garantie. So können die Parteien Haftungshöchstbeträge festlegen oder die Rücknahme auf erkannte Fälschungen beschränken. Selbstverständlich besteht ebenso die Möglichkeit, Haftungsbeschränkungen vertraglich zu vereinbaren.

Anfechtung wegen Irrtum

Neben dem Rücktritt kann der Kaufvertrag aufgrund Anfechtung wegen Irrtums rückabgewickelt werden. Problematisch ist beim Kunstkauf der Anfechtungsgrund. Denn nach dem Gesetz kann nur derjenige anfechten, der sich verschrieben oder versprochen hat oder sich über die Bedeutung der von ihm verwendeten Worte geirrt hat. Ein solcher Inhaltsirrtum liegt beispielsweise vor, wenn jemand eine Seriegrafie bestellt aber eine Lithografie meint. Dagegen berechtigt der Irrtum über die Entwicklung der Rendite nicht zur Anfechtung. Dass Erwartungen nicht erfüllt werden passiert immer wieder, und kann nicht zur Anfechtung führen. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob ein Irrtum über Umstände vorliegt, der zur Anfechtung des Kaufvertrages berechtigt.

 Internationaler Kunsthandel

Ein wichtiger Aspekt kann auch die Internationalität von Kunst sein. Da der Kunsthandel oft grenzüberschreitend ist, stellt sich im Streitfall oftmals die Frage des anzuwendenden Rechts. Die Parteien sollten dringend vertraglich vereinbaren, welches Recht Anwendung findet. Andernfalls gilt das Recht des Staates mit dem der Vertrag „die engsten Verbindungen“ aufweist. Bereits die Klärung dieses Umstandes kann zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führen.