Heimathafen Düsseldorf: Zu Besuch bei Corina Gertz und ihrem Mann Kris Scholz (Teil 1) |
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Heimathafen Düsseldorf: Zu Besuch bei Corina Gertz und Kris Scholz (Teil 2)
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Heimathafen Düsseldorf: Zu Besuch bei Corina Gertz und ihrem Mann Kris Scholz (Teil 1)

Die Modedesignerin und Fotografin Corina Gertz und ihr Mann Kris Scholz, Fotograf und Professor für Fotografie in Darmstadt, leben in einem künstlerischen Umfeld der ganz besonderen Art. Ihr Zuhause ist Teil der denkmalgeschützten Künstlersiedlung Golzheim nahe dem Rhein in Düsseldorf.

Das Team vom Kunstrechtblog durfte das Künstlerpaar besuchen und Fragen zur Siedlung  und zur Kunst (dazu mehr im zweiten Teil!) stellen.

Corina Gertz und ihr Mann Kris Scholz bei der Photo Beijing 2015. Privates Foto.

Frau Gertz, die Siedlung ist einzigartig in Deutschland, wie ist sie entstanden?

Die Siedlung wurde im Zuge der Ausstellung „Schaffendes Volk“ 1937 mit hundert Häusern erbaut – ursprünglich geplant war das Ganze vom Werkbund. Eine Straße, die Franz-Jürgens-Straße, in der wir wohnen, wurde dann zur Künstlerstraße. Das ergab sich dadurch, dass die neue Kunstakademie, die aufgrund des Ersten Weltkrieges nie richtig fertig gestellt worden war, abgerissen wurde. Die Künstler, die dort lebten, mussten ausquartiert werden und wurden in dieser Straße untergebracht.

Es gibt einen Dokumentarfilm über die Siedlung – „Insel am Rhein. Künstlersiedlung Golzheim“ – haben Sie den initiiert?

Ja. Produziert wurde er dann natürlich im Team, mit gewissen Unwägbarkeiten. Wir wurden zwar vom Kulturamt finanziert, aber haben leider von der Filmstiftung NRW kein Geld dafür bekommen. Dadurch hatten wir sehr wenig Geld zur Verfügung, aber wir haben einen ordentlichen Dokumentarfilm gedreht. Das war kein low-budget, das war eigentlich ein no-budget Projekt.

Blick auf das Haus in der Franz-Jürgens-Straße. Aus dem Archiv von Corina Gertz.

Im Film heißt es, die Künstler reden nicht über Kunst, wie ist denn hier die Dynamik? Ist das ein enges Miteinander?

Nein, überhaupt nicht. Das war wohl früher ein enges Miteinander, wie man auf alten Fotos sehen kann. Da gab es etwa gemeinsame Frühstücke oder die Säuberung des Beckens, aber das ist heute überhaupt nicht mehr so. Es gibt auch keine Versammlungen. Vereinzelt gibt es mal Freundschaften untereinander, wir hatten zum Beispiel gestern zwei Nachbarn hier zum Essen. Aber in der Regel sind die Künstler hier nicht sehr eng miteinander.

Früher eine richtige Künstlergemeinschaft, heute eher eine Künstlergesellschaft. Foto aus dem Nachlass von Dorette Khezri.

Das ist ja schade, wo es doch eine der letzten Künstlersiedlungen in Deutschland ist?

Ja, es ist glaube ich die letzte in dieser Art in Deutschland, die wirklich auch vom Kulturamt vergeben wird. In China findet man so was häufiger, aber dann gigantisch groß. Unsere Siedlung hier ist streng denkmalgeschützt. Da ist auch eingetragen, dass die Häuser für Künstler gedacht sind, zum Leben und Arbeiten – und wir hoffen, dass das auch so bleibt.

Hin und wieder ist noch etwas vom ursprünglichen Geist der Künstlersiedlung zu spüren. Von links: Beatrix Sassen, Alexandra Schucken, Corina Gertz, Nikolaus Sievers, Hermann Focke, Hede Bühl; Privates Foto von Corina Gertz.

Inwiefern steht das auf der Kippe?

Es gibt immer wieder Gerüchte. Wobei man uns im Bauamt bestätigt hat, dass der Denkmalschutz 2014 noch mal verstärkt wurde, aber man weiß ja nie. Daher auch der Film und die Publikationen, dass das Thema ins Bewusstsein der Leute geholt wird und der Stolz der Düsseldorfer auf ihre Künstlersiedlung das Ganze zusätzlich ein bisschen schützt.

 

Frau Gertz, warum sind Sie Mandantin bei Frau vom Berg?

Wir sind befreundet und wenn mal was ist, rufe ich natürlich Frau vom Berg an. Sie ist einfach eine gute Anwältin. Wir sind in der Vergangenheit zusammen sehr stark gewesen wenn irgendwas war. Dann haben wir unsere Sachen gut zu Ende bekommen und vor allem immer gewonnen.

Haben Sie eine Frage oder suchen Sie rechtlichen Rat? Egal ob Künstler, Sammler, Galerist, Händler oder Freigeist in der Kunstszene – wir stehen Ihnen mit Rat und Tat in allen Belangen des Kunstrechts zur Seite. Kontaktieren Sie uns einfach und direkt: info@vomberg.org.

 

 

Lesen Sie im zweiten Teil Anfang nächster Woche mehr zur Kunst von Corina Gertz, rechtlichen Fragen und Zukunftsprojekten!