Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts, Teil 2 |
Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts
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Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts, Teil 2

Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts

Ein Gastbeitrag von:  Isabel Boden fineart advisory GmbH, Teil 2

Kunst zu kaufen ist nicht nur ein emotionaler Prozess. Es gehört – insbesondere bei ausgewählten Kunstwerken – ein umfangreiches Wissen hinsichtlich der Qualitäts- und Bewertungseinschätzung dazu.

In einer Auktion gilt für den Käufer:

– Haben Sie den Blick für gute Qualität und den kühlen Kopf am Auktionstag (take it or leave it)?

– Wie kalkulieren Sie Ihren Kaufpreis?

Insbesondere der zweite Aspekt muss differenziert betrachtet werden. Einerseits durch den unabsehbaren Verlauf der Auktion (sowie das Aufgeld von immerhin 30 % auf den Zuschlag!), andererseits durch die neue Mwst.-Regelung: Die Kaufrechnung ist von der Art des Einlieferers abhängig, da das Auktionshaus diesem gegenüber unterschiedlich abrechnen muss. Daraus folgt, dass auf einen Zuschlag bei Einlieferungen:

– von Privatpersonen: 30% Aufgeld,

– von Händlern: 25 % Aufgeld zzgl. 19% MwSt. auf die Summe (Zuschlag + Aufgeld) und

– von Personen, die aus einem Drittland einliefern (z.B. USA), 30 % Aufgeld zzgl. 7% Mwst. auf den

Zuschlag hinzugerechnet werden muss.

Ein Zuschlag von 100.000,-€ ergibt also einen Kaufpreis von 130.000,-€, 148.750,-€  bzw. 137.000,-€!

 

Der Einlieferer eines Kunstwerks in eine Auktion sollte folgende Überlegungen bedenken:

  1. Ist ein Auktionshaus generell der richtige Ort zum Verkauf – und welches Auktionshaus? (Trotz des Internets gibt es sehr große Marktpotentiale sowohl innerhalb Deutschlands als auch international)

2  Wie kommt sein Werk unter den vielen Anderen zur Geltung?  (1200 Objekte werden an einem Auktionsplatz in 3 Tagen versteigert)

  1. Welcher Schätzpreis ist angemessen? (Abwägung zwischen möglichem Erfolg und zu hohem Ausrufpreis)

Der Einlieferer hat die Vorstellung, dass insbesondere durch das Internet und die mediale Aufmerksamkeit der Auktion, Millionen Kunstinteressenten sein Kunstwerk sehen. Aber man erfährt eben nicht nur von seinem Werk. Wird sein Bild nicht verkauft, da es zu hoch angesetzt wurde, oder am falschen Auktionsplatz war, ist es sozusagen „verbrannt“ und kann dann nur noch deutlich günstiger erneut angeboten werden.

Wir bedanken uns für diesen Gastbeitrag bei Isabel Boden, und freuen uns mit Spannung auf die Fortsetzung in den kommenden Wochen.

Isabel Boden fineart advisory GmbH

www.fineart-advisory.de