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Philipp Herzog von Württemberg über Kunst als Geldanlage und den Wandel am Markt

Philipp Herzog von Württemberg, gab in seiner Position als Europa-Chef von Sotheby´s der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein Interview, in dem er seine Bewertung über die aktuelle Lage des Kunstmarktes, über spekulierende Kunsthändler und die Aufregung im Rahmen einer Auktion reflektiert.

Klasse statt Masse

Von Württemberg berichtet, dass trotz hunderttausender Kunden in der Datenbank des Auktionshauses Sotheby´s, achtzig Prozent des Umsatzes durch ca. 4.000 Kunden gemacht werde. Dies liege, so der Europa-Chef des Unternehmens, vor allem daran, dass aufgrund der aktuellen Lage der Weltkonjunktur der Kreis der potentiellen Kunden zusammenschrumpft, diese jedoch auf der Suche nach absoluter Topqualität seien.

In diesem Zusammenhang verweist von Württemberg auch darauf, dass er Kunst für eine sehr risikoreiche Form der Kapitalanlage halte. Dies liege an der Kurzlebigkeit der Preise eines Künstlers, es sei denn, dieser gehört zum absolut oberen Segment seiner Zunft.

Keine Garantiesummen mehr

Aber selbst wenn dies so ist, die Zeiten hoher Garantiesummen für Verkäufer sind vorbei, so von Württemberg. Was in der Boomphase vor zwei Jahren noch gängige Praxis war, lässt sich heute kaum mehr realisieren. Grund dafür sei, dass kein Auktionshaus die vollen Risiken einer Versteigerung alleine tragen wolle. Allerdings, so der promovierte Kunsthistoriker weiter, brauche ein Verkäufer, der an sein Objekt glaubt diese Sicherheit sowieso nicht.

Den Markt nutzen, nicht leerkaufen

Für Neukunden bzw. Neubieter bei einer Auktion gibt Philipp Herzog von Württemberg dann auch den Rat mit, sich die persönlichen Ziele ähnlich wie beim Aktienkauf zu überlegen. Ist man bereit sehr riskant zu investieren oder ist es einem wichtiger dem eigenen Geschmack eine Freude zu bereiten? Dementsprechend sollte man sich laut des Experten die Frage stellen, was gefällt mir, wo will ich hin, wie will ich weiter sammeln und investieren? Hat man sich dann diese Fragen beantwortet, sollte man jedoch auf keinen Fall den Fehler machen und sich alle Werke eines unbekannten Künstlers kaufen, auch wenn dieser sowohl dem eigenen Geschmack als auch dem eigenen Portemonnaie zusagt. So macht man sich selbst, einen gerade im Entstehen begriffenen Markt kaputt, in dem man diesem Künstler keine Chance gibt zu wachsen und bekannt zu werden, womit auch die Nachfrage und Wertsteigerung der eigenen Bilder in einer Sackgasse an die Wand fährt.

Die Bauchfrage und die Großen des Markts

Er selbst, so von Württemberg, kaufe immer aus dem Bauch heraus, allen anderen kann er aber auf jeden Fall den Rat geben, sich an berühmten Sammlern, großen Galerien und Kunsthändlern zu orientieren, da diese den Preis des Künstlers unweigerlich nach oben treiben. Und zeigen wohin der Markt sich bewegt.

Kontaktieren Sie uns! Rechtsanwältin Corinna vom Berg kümmert sich gerne um Ihr Anliegen zum Kunstrecht unter: https://www.vomberg.org/