Original, Kunstfälschung, Gewährleistungsrechte
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Original und Fälschung

Thomas_Lenk,_Schichtung_1970

Thomas_Lenk,_Schichtung_1970 von Wiki05 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Foto von Wiki05 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia/ CommonsThomas_Lenk,_Schichtung_1970


Original und Fälschung

Wir setzen unseren letzten Blogeintrag fort und widmen uns weiter der Frage, welche Möglichkeiten der Käufer beim Kauf des nicht ausgewiesenen Originals hat.

Hat der Käufer die „Unechtheit“ des Werkes und damit einen Sachmangel festgestellt, kann er die im Gesetz geregelten Gewährleistungsrechte in Anspruch nehmen.

Nacherfüllung

Die Unechtheit des Werkes ist der Fälschung immanent. Diese haftet dem Werk als nicht mehr zu beseitigender Makel dauerhaft an.

Allein bei den Werken der seriellen Kunst kommt die Nachlieferung eines Exemplars aus der originalen Serie in Frage, soweit dies dem Verkäufer möglich ist. Hiermit würde das Werk bei der ars multiplicata als einer Gattungsschuld entstammend angesehen werden und nicht wie bei dem Unikat als Stückschuld angesehen. Dies ist möglich, soweit nicht das ganz spezielle Exemplar begehrt wurde, dessen Unechtheit irreparabel ist, sondern nur ein beliebiges Werk aus der Serie gewollt und geschuldet war. Kommt eine Nacherfüllung durch die Nachlieferung nicht in Frage, so treten an ihre Stelle die folgenden Alternativansprüche:

Rücktritt 

Zunächst kommt hiermit die Möglichkeit des Rücktritts vom Vertrag in Betracht, die dem enttäuschten Käufer die Möglichkeit bietet, sich vom Kaufvertrag zu lösen, was als Konsequenz jedoch auch bedeutet, dass er das Kunstwerk nicht behalten kann, aber den Kaufpreis zurück bekommt.

Minderung  

Sollte der Käufer nicht die Rückgabe des Kunstwerkes wünschen, kann er den Kaufpreis entsprechend mindern.

Schadensersatz 

Zudem kommt die Kompensationsmöglichkeit des Schadensersatzes in Betracht, wenn der Käufer den Wertunterschied durch die Veränderung des Schöpfers oder der Entstehungsepoche ausgleichen will. Dies kann bei Kunsthändlern der Fall sein, deren Anliegen es war, das Werk gewinnbringend weiter zu veräußern. In diesem Falle kann unter Umständen Schadensersatz verlangt werden.

Ersatz vergeblicher Aufwendungen

Dieser Anspruch umfasst vergeblich getätigte Aufwendungen in der Erwartung, dass das Werk echt ist.

Dies trifft zu, wenn der Käufer Aufwendungen getätigt hat, weil er eine bestimmte zugesicherte Urheberschaft als zutreffend angesehen hatte.Hierunter fallen zum Beispiel Reise- und Transportkosten. Bei Händlern zählt hierzu auch die Anfertigung von Verkaufsprospekten für die Weiterveräußerung.

Die Unechtheit des Werkes ist für den Käufer stets eine herbe Enttäuschung. Damit die Rückabwicklung des Kaufs für ihn besser läuft, sollte er sich an einen Experten wenden. Wir kennen uns im Kunstrecht aus, www.berateranwalt.com.