Heimathafen Düsseldorf: Zu Besuch bei Corina Gertz
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Heimathafen Düsseldorf: Zu Besuch bei Corina Gertz und Kris Scholz (Teil 2)

Corina Gertz

Letzte Woche stellte das Team vom Kunstrechtblog die Modedesignerin und Fotografin Corina Gertz und ihren Mann Kris Scholz vor, Fotograf und Professor für Fotografie an der Uni Darmstadt. Lesen Sie nun im zweiten Teil des Interviews etwas über die Kunst, das Recht und zukünftige Projekte!

Sie haben den ersten Teil noch gar nicht gelesen? Hier geht’s zum Anfang des Interviews!

Künstlersiedlung Golzheim, Foto aus dem Nachlass von Dorette Khezri.

Frau Gertz, wie würden Sie Ihre Kunst beschreiben?

Ich habe Modedesign studiert und das unterrichte ich heute auch. Zudem mache ich aber freie Fotoprojekte, wobei sich diese Fotos immer auf Kleidungsriten beziehen – ich mache die Fotos selber.

Wie sind Sie von der Mode zur Fotografie gekommen? Haben Sie sich das angeeignet?

Mode und Fotografie liegen ja grundsätzlich schon mal nah beieinander. Ich habe schon während des Studiums in dieser Richtung gearbeitet. Erst war ich Model, dann Stylistin und zwischendurch habe ich bei Modefotografen assistiert. Ich hab dann häufig auch Katalog-Shootings organisiert. Da war ich der Fotografie schon immer sehr nah. Dann habe ich auch noch einen Becher-Schüler geheiratet (lacht).

Auf unseren Reisen, die häufig sehr exotisch waren, bin ich immer wieder auch auf exotische Kleidung gestoßen und habe beobachtet, dass Kleidung non-verbale Kommunikation bedeutet. Anfangs habe ich das mit der Kamera dokumentiert. Daraufhin kamen Anfragen von Museen, etwa Völkerkundemuseen, und dann hat sich das dahin entwickelt, dass ich Fotoserien gemacht habe – nicht mehr reine Dokumentation oder Reportage – sondern dass ich das als Serie entwickelt habe.

Um einen Einblick in das Werk von Corina Gertz zu bekommen, besuchen Sie ihre Website: corinagertz.com

 

Arbeiten Sie künstlerisch als Paar zusammen?

Kris Scholz: Wir stellen zusammen aus, aber jeder macht seine Projekte. Außer jetzt in Riga. Da machen wir mit den Studenten zusammen eine Modefotografiestrecke, das haben wir schon mal gemacht.

Was denken Sie, sind wichtige rechtliche Themen für Künstler?

Kris Scholz: Bei uns als Fotografen ist natürlich das Urheberrecht ein wichtiges Thema, das ist wirklich eine schwierige Kiste. Und wenn man mit Galeristen oder Museen zu tun hat, muss man Verträge machen, sonst ziehen die einen über den Tisch. Insbesondere im Schadensfall, wenn etwas kaputt geht, ist es extrem wichtig, dass alles schriftlich festgehalten ist.

Ein Einblick in die Künstlersiedlung, Fotografie aus dem Nachlass von Dorette Khezri.

Was ist Ihrerseits zum 80-jährigen Jubiläum der Künstlersiedlung geplant?

Corina Gertz: Ich bin gerade dabei, eine Jubiläumspublikation zu machen: „80 Jahre Künstlersiedlung Golzheim“, in der diesmal die Kunst beleuchtet wird, die hier entstanden ist. Das haben wir weder im Film noch im Buch abgehandelt. Da haben wir eher über die Geschichte, Wohn- und Arbeitssituation gesprochen.

Bei der neuen Publikation sind alle Künstler, die hier seit 1937 gelebt haben, mit einem Werk vertreten. Ein Kunsthistoriker wird dazu einen Begleittext schreiben und es wird eine Legende geben, welcher Künstler wann, wie lange, wo gelebt hat. Das Buch wird in einer kleinen Auflage von uns selbst publiziert. (Hinweis: Kauf über Corina)

Was sind weitere Projekte?

Wir haben eine Wanderausstellung in der Planung. Wir waren beide vor zwei Jahren bei der Photo Beijing je mit einer Serie vertreten. Kris hatte damals diesen Beitrag auch kuratiert. Dieses Mal machen wir eine Gegeneinladung, sechs chinesische und sechs deutsche Fotografen bilden diese Wanderausstellung. Es fängt im Mai in der Städtischen Galerie KUBUS Hannover an und geht weiter in die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen und im Oktober nach Peking. Es folgen Chongqing und Iserlohn.

Annette Leyener, Corina Gertz und Karl-Heinz Klein bei der Produktion des Films zur Künstlersiedlung; private Fotografie

Sie sind viel international unterwegs, ist es für Sie eine Option, dauerhaft ins Ausland zu gehen?

Ich hab viel im Ausland gelebt, aber jetzt sind wir hier in der Künstlersiedlung. Wir sind immer viel unterwegs, jetzt stehen Riga im Zuge eines Lehrauftrages und China an, wo wir unterrichten und ausstellen, aber das hier ist schon der Heimathafen. Düsseldorf hat auch einfach Lebensqualität, das ist ne schöne Stadt.

Gerade – aber nicht nur – in der Fotografie ist das Urheberrecht ein äußerst komplexes Thema. Auch die Handhabung und Kontrolle von Verträgen und das Durchsetzten des Rechts auf Namensnennung stellen viele Künstler vor eine Herausforderung. Sollten auch Sie mit diesen Themen in Berührung kommen, sichern Sie sich mit unserer professionellen Unterstützung, einem Vertragscheck oder einer Beratung, ab.

Kontaktieren Sie uns am besten direkt: info@vomberg.org