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Augen auf beim Bilderkauf

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Augen auf beim Bilderkauf

Beim Erwerb von Kunst ist vieles anders als man denkt

Das gilt natürlich auch für Installationen, Skulpturen und für jede Art von bildender Kunst.

Ein Kunstwerk zu kaufen ist etwas Besonderes. Der Erwerb von etwas Einzigartigem, das es nur einmal auf der Welt gibt kann soviel Begeisterung auslösen, dass man leichtsinnig wird und die notwendigen Regelungen eines solchen Geschäftes – und das ist es – vergisst. Aber auch für den Künstler der verkauft, gibt es einiges zu bedenken.

Formlos wirksamer Kaufvertrag

In Deutschland sind Kaufverträge über (bewegliche) Kunstgegenstände formlos wirksam. Aus diesem Grunde sind mündliche Kauverträge ebenso gültig und bindend wie schriftliche. Der Verkäufer wird daher unabhängig vom Wert des Kunstgegenstandes vor einem übereilten Verkauf nicht geschützt. Aus Beweisgründen und zum Schutz vor übereilten Verkäufen oder Käufen ist die Vereinbarung der Schriftform den Parteien dringend zu raten.

Sittenwidrigkeit des Kaufpreises?

Auch der einmal vereinbarte Preis kann später nicht mehr in Frage gestellt werden. Entscheidet sich der Käufer für den Kunstgegenstand einen Liebhaberpreis zu zahlen, so kann er sich später nur in seltenen Ausnahmefällen auf den objektiven Verkehrswert berufen, und von dem Kauf Abstand nehmen. Denn das deutsche Recht kennt keine feste Wertgrenze, wann also der objektive Wert und der Kaufpreis in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen. Die Sittenwidrigkeit wegen Wuchers beim Kunstkauf ist stets nach den Umständen des Einzelfalls zu beurteilen, wobei der spekulative Charakter des Geschäftes oftmals gegen die Annahme der Sittenwidrigkeit spricht.

Gelten die Gewährleistungsansprüche?

Auch die gewohnten Gewährleistungsansprüche finden bei Kunstobjekten nicht unbedingt Anwendung. Bei der Beurteilung einer Situation kann uns unser Gefühl etwas als selbstverständlich richtig erscheinen lassen, dass ein Gericht völlig anders beurteilen würde. Nach dem Gesetz kann der Käufer vom Kunstkauf zurück treten und/ oder Schadensersatz verlangen, wenn der Kunstgegenstand mangelhaft ist. Ob ein Mangel vorliegt richtet sich grundsätzlich nach der subjektiven Vereinbarung der Parteien. Weicht diese Vereinbarung von der objektiven Beschaffenheit ab, liegt ein Sachmangel vor.

Der Verkäufer sollte bedenken, dass die Erwartungen des Käufers von öffentlichen Äußerungen des Verkäufers, des Künstlers, des Kunsthändlers oder Versteigerers insbesondere bei Katalogen, mitbestimmt werden. Der Verkäufer muss sich diese Äußerungen als Beschaffenheit des Kunstgegenstandes zurechnen lassen. Möchte der Verkäufer für diese öffentlichen Äußerungen nicht haften, muss er sich hiervon bei Abschluss des Vertrages distanzieren.

Weitere Details zu diesem Thema lesen Sie in Kürze in Teil 2 an dieser Stelle.