Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts
Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarkts, Teil 2
7. September 2016
Der Teufel steckt im Detail – Rechtsstreit um einen Buchstaben, der den millionenschweren Unterschied macht
18. Januar 2017
Show all

Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarktes, Teil 3

Risiken und Chancen auf den Handelsplätzen des Kunstmarktes

Wir freuen uns heute den letzten Teil des Gastbeitrages von Isabel Boden fineart advisory GmbH zu veröffentlichen.

Der Erwerb bei einem Galeristen bzw. Kunsthändler kann in den Galerieräumen oder auf einer Messe stattfinden. Heutzutage machen viele Galerien den größten Umsatz auf den Kunstmessen.

Für den privaten Käufer hat der Erwerb in einer Galerie den großen Vorteil, dass er mehr Zeit für seine Kaufentscheidung hat und dort über feste Preisvorstellungen verhandelt wird. Die Beobachtung der Galerien und ihrer Ausstellungs- und Messetätigkeit wirft im Allgemeinen ein Blick darauf,

– wie vertrauenswürdig der Galerist oder Kunsthändler ist,

­- wie er seine Ausstellungen gestaltet,

– wie präsent er auf dem Kunstmarkt ist.

Dennoch ist neben der qualitativen Einschätzung des Kunstwerks, die entscheidende Frage nach der Angemessenheit des angebotenen Kaufpreises:

– Kann der Käufer den Angebotspreis des  Galeristen am Markt selber abschätzen?

– Weiß der Käufer, ob das Kunstwerk, das am Sekundärmarkt angeboten wird, nicht gerade vom  Galeristen günstig auf einer Auktion gekauft wurde?

– Reicht die Reputation des Galeristen aus, um ihm hinsichtlich seiner Marktempfehlungen zu vertrauen?

Das große Angebot einer Kunstmesse ist anregend, faszinierend und bildend. Der Marktüberblick ermöglicht es, neue Galerien und deren Schwerpunkte  kennenzulernen. Gleichzeitig bewirkt die hohe Nachfrage aber auch, dass man – z.B. auf der Art Basel – ein entdecktes Kunstwerk meistens nur für etwa 1 Stunde reservieren kann. In dieser Zeit muss der Interessent hinsichtlich Qualität und Preisgefüge das Kunstwerk einschätzen. Aufgrund der hohen Besucherzahl einer Kunstmesse, wird mancher Käufer dazu verleitet, schnell zu kaufen, da er befürchtet: „wenn ich es jetzt nicht kaufe, kauft es ein anderer“.

Neben den oben erwähnten Handelsplätzen, gibt es aber auch die Möglichkeit, ausgewählte Kunstwerke im Rahmen eines Private Sales zu erwerben oder zu verkaufen. Die herausragenden Vorteile liegen in der Diskretion der Abwicklung sowie in den fest vereinbarten Preisen:

– Der Sammler erhält als Verkäufer im Gegensatz zu einer Auktion einen fest vereinbarten Preis.

– Der Sammler erwirbt als Käufer ein Kunstwerk, das dem großen Markt verborgen und damit marktfrisch bleibt.

– Der Sammler ist als Käufer aufgrund dieser Exklusivität häufig bereit, einen sehr guten Kaufpreis zu  bezahlen.

– Der Sammler – als Käufer oder Verkäufer – hat keine Belastung des Preises durch die  Mehrwertsteuer, da die Vermittlung differenzbesteuert abgewickelt wird und nur der Vermittler auf die Differenz zwischen An-und Verkaufspreis Mehrwertsteuer bezahlt.

Alle Handelsplätze erfordern jedoch eine Qualitätsprüfung der Kunstwerke. Der Käufer muss sich fragen:

– Wie überprüfe ich den Zustand?

– Kann ich beurteilen, ob er sich ggf. auf den Kaufpreis auswirkt?

– Was sagt die Herkunft des Bildes aus?

– Welche Informationen muss ich haben, um die Echtheitsangaben des Werks zu überprüfen?

– Habe ich alle Angaben zu dem Kunstwerk?

Diese und mehr Fragen sollte der Kunstinteressent beantworten können, oder sich ggf. Rat holen, damit er nicht eines Tages enttäuscht wird, wenn er das Bild, oder die Skulptur wieder verkaufen möchte.

Isabel Boden fineart advisory GmbH

www.fineart-advisory.de