Original, Kunstfälschung, Gewährleistungsrechte
Gibt es einen Anspruch auf Aufnahme in das Werkverzeichnis?
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Original und Fälschung
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 Original und Fälschung

Dieser Blogeintrag und die folgenden Teile widmen sich der Frage, welche Möglichkeiten der Käufer beim Kauf des nicht ausgewiesenen Originals hat.

Die Unechtheit begründet grundsätzlich einen Mangel, soweit eine Vereinbarung über die Urheberschaft explizit oder konkludent getroffen wurde, was im Einzelfall durch Auslegung zur ermitteln ist.

Konkrete Vereinbarung

Zum einen kann eine Vereinbarung über die Urheberschaft oder die Entstehungs-epoche explizit oder auch konkludent getroffen werden.

Im Falle einer unklaren Lage und der reinen Spekulation auf einen bestimmten Schöpfer scheidet eine vertraglich relevante Vereinbarung jedoch aus, da nur die reine Hoffnung auf eine bestimmte Urheberschaft kein Vertragsbestandteil sein kann, der bei Nichteintreffen einen Mangel begründen kann.

Auslegung der Parteivereinbarung

Soweit keine explizite Vereinbarung getroffen wurde,  sind die Vereinbarungen auszulegen, was allerdings zu Unsicherheiten führen kann.

Kaufpreis

Zu diesen gehört der vereinbarte Kaufpreis. Das Reichgericht entschied in der Thoma Entscheidung, dass die Höhe des Kaufpreises darauf schließen lassen kann, dass es sich um einen renommierten, begehrten Künstler handelt.

Signum des Künstlers

Ist das Signum des Künstlers vorhanden und werden keine eventuellen Zweifel offengelegt oder sich von diesem klar distanziert, kann hierin ein Indiz für Einbeziehung der Urheberschaft liegen.

Publikationen und Werbeträger

Weitere Anhaltspunkte können in Publikationen wie Katalogen, Annoncen, Artikeln zu sehen sein, soweit diese vom Verkäufer stammen oder von diesem in die Verhandlungen durch Bezugnahmen mit eingebracht wurden.

 Sachverständigengutachten

Ebenso können Gutachten von Sachverständigen, soweit sie in die Verhandlungen eingebracht werden oder eine klare Bezugnahme erfolgt eine entsprechende Rolle spielen, soweit sich der Verkäufer nicht klar von deren Inhalt distanziert bzw. seine Zweifel an der Richtigkeit offenlegt.

Ist ein Kunstwerk für die dargestellte Verwendung des Kunstliebhabers bzw. –sammlers oder für den Kunsthändler nicht geeignet, da es unecht ist, begründet dies einen Mangel.

Wurde ein Sachmangel festgestellt, kann der Käufer die gesetzlichen Gewährleistungsrechte in Anspruch nehmen.

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